Männermannschaft des 1. FC Neubrandenburg startet mit einer guten Vorstellung in die 2. Halbserie

Der 1. FC Neubrandenburg 04 gewinnt 5:0 gegen den Güstrower SC

In der Winterpause mussten alle 1.FCN 04 – Fußballer auf Grund verschneiter und vereister Fußballplätze auf vorbereitende Testspiele verzichten. Noch war der Rasenplatz des Ligastadions gesperrt, so dass am Freitag, vor einer Woche, vorsorglich der Kunstrasenplatz im Stargard Bruch mit Schneeschiebern geräumt wurde. Der Tabellenletzte beim Tabellenzweiten zu Gast, eigentlich sollten die Neubrandenburger heute nichts anbrennen lassen. Ein Blick auf die Aufstellung offenbarte das Fehlen von zwei FCN- Stammspielern: Lisch (Gelb-Rot-Sperre) und Kapitän Fassinger (Studium?) standen nicht im Aufgebot. Auch Güstrow kam heute nicht mit voller Kapelle und hatte nur zwei Ersatzspieler auf der Bank.
Mit 2 Minuten Verspätung eröffnete Schiedsrichter J.Wagner vor 170 Zuschauern (unverbindliche Zählung von viertorestadt.de) die Partie. Die erste Großchance erspielten sich die Barlachstädter. Güstrow mit seinem starken Kapitän Oliver Diehl wurde zwar in der eigenen Spielfeldhälfte gestellt, überbrückte jedoch bei Balleroberung mit Laufpässen das Halbfeld und zwang so die Tollensestädter zwei, drei Mal in die Defensive. Nach 20 Minuten erkämpfte sich der 1. FCN 04 deutlich mehr Spielanteile, scheiterte beim Torabschluss jedoch stets am sehr respektabel haltenden Güstrower Keeper. An den kraftvoll zupackenden Händen von Nino Winter klebte so gut wie jeder abgeschossene FCN- Ball, egal, ob die Pille in Raketengeschwindigkeit heran sauste oder als platzierter Krabbelball ins lange Eck von den FCN- Angreifern kunstvoll gezirkelt wurde. Der rechte FCN- Flügel mit Jannik Witte (16) sorgte immer wieder im Zweikampfgetümmel für viel Unruhe unter den Güstrower Spielern: Wittes Gegenspieler Mohamad Hamada(8) war zwar flink auf den Sohlen und technisch sehr gut besohlt, aber wenn im Laufduell der Körper ins Spiel kam, konnte Hamada das Spielgerät nie für sich behaupten.
Ein Elfmeter brach dann endlich das Eis: Daniel Nawotke(7) schob die Pille platziert ins untere rechte Eck zum 1:0. Mit diesem Ergebnis ging man dann in die Halbzeitpause, jedoch nicht in die Kabine. Dem Hörensagen zur Folge, soll nun nach vielen Jahren Stillstand und Sperrung des alten Kabinentraktes mit neuen Fördergeldern ein großer Hoffnungsschimmer am Horizont aufziehen.

In der 2. Halbzeit sorgten Spielertrainer Daniel Nawotke(7) mit seinem 2.Tor, Oleksandr Bychkiv(26), Jeremy Feucht(6) und Routinier Christoph Fischer(18) für einen makellosen 5:0- FCN- Sieg. Gut, der Güstrower SC 09 hatte das 5:1 Ehrentor auf dem Senkel, aber das Glück strahlte zusammen mit der Frühlingssonne nur auf Seiten der Neubrandenburger. In der Mannschaft des 1. FC Neubrandenburg 04 übernehmen immer mehr die Youngster eine spielerische Führungsrolle: Bester FCN- Spieler war nach dem Dafürhalten vieler Beobachter auf Grund gewonnener Zweikampfduelle, guten Konter- Spieleröffungen und einiger Assists Cevin Rieger (28). Die FCN- Kicker Oleksandr Bychkiv(26) und Wout Abrahams(21) zeigten erneut eine klasse Leistung. Sie steigen immer mehr auf den Zenit ihres Könnens, jedoch steht und fällt alles mit den immer älter werdenden Leitwölfen Fischer und Nawotke. Einerseits geht den Urgesteinen natürlicherweise mit dem Alter ihre Grundschnelligkeit und Ausdauer verloren, andererseits machen sie mit einem genialen Stellungsspiel vieles wett und geben jungen Spielern mit ihrer Erfahrung eine Menge Halt. Was dem Club vom Tollensesee fehlt, ist der Mut zum vollständigen, verjüngendem Kaderumbruch. Schaut man auf die Tabelle, wäre jetzt ein günstiger Zeitpunkt, denn vermutlich wird der 1.FCN 04 mit 9 Punkten Rückstand auf den Tabellenführer auch diese Saison nicht aufsteigen. Wenn man den Titel gewinnen will, muss man die Besten schlagen.

A- Juniorenkapitän Misha Kurghinyan verweilte als Zuschauer an der Seitenlinie. Er hatte beim AWO-Cup in der Halle im Dezember 2025 gezaubert und ist als möglicher Zugang bei der 1.Männermannschaft im Gespräch. Manch ein Experte und fußballsachverständiger Fan hätte es sich gewünscht, dass er heute sein Können bei der 1.Männermannschaft für einige Spielminuten zeigen würde. Misha Kurghinyan musste sich für eine Begegnung entscheiden, denn heute spielte seine A-Jugendmannschaft im Landesfreundschaftsspiel gegen Greifswald(1:3-Sieg des 1.FCN). Letzt endlich hegt man auch in der A-Jugend auf den Regionalliga-Klassenerhalt.

Eine schöne Geste setzte das FCN- Team nach dem Schlusspfiff mit ihrem persönlichen Besuch in der „Fankurve“. Das Publikum gelangt um den gesamten Platz sehr dicht an den Spielfeldrand- klarer Standortvorteil des Stargarder Bruchs gegenüber dem Ligastadion. Der Spielbericht soll heute mit Zahlen und Fakten enden, die überhaupt nicht spielentscheidend waren und sind: Für die Zuschauer gab es Radeberger, VIP- Besuchern mit dem entsprechenden Bändchen am Handgelenk wurde dagegen Becks ausgeschenkt. Ein männlicher Fan murmelte süffisant in seinen Bart: „Ich fühle mich meines Bändchens beschnitten, ich hätte auch gerne ein Becks!“
Während der Begegnung wurden in der 1. Halbzeit 5 Bälle von den Spielern über den 6- Meter-Fang-Zaun in den Stargarder Bruch gebolzt, in der 2. Halbzeit kamen 3 Bälle dazu. Ohne einen fleißigen Balljungen, der im Dickicht verschwand und mit dem Ball glücklich wieder auftauchte, wäre es auf Grund des Spielgerätemangels (8 Bälle) fast zu einer Spielverzögerung gekommen…

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