Brassband MV begeistert das Publikum

Neujahrskonzert in der Katholischen Pfarrkirche Sankt Lukas Neubrandenburg

18.01.2026_ Brass kommt aus dem Englischen und bedeutet ins Deutsche übersetzt: Messing. Ein Brass Orchester ist umgänglich gesprochen also ein Orchester, welches nur auf Blechinstrumenten spielt. ….Die Geschichte des Brass begann in England und entwickelte sich bis in unsere Gegenwart zu einem Wettbewerb zwischen Städten und Ländern. Bleibt für den Laien noch die korrekte Aussprache, die man vor dem Konzertbesuche beherrschen sollte. Brass- spricht man mit einem rollenden R, einem tiefen A und einem zischenden ß aus.

10 Minuten vor Konzertbeginn waren nur noch wenige freie Plätze zu finden. Die katholische St. Lukas war proppenvoll- gut und gerne 300 bis 350 Menschen ( unverbindliche Schätzung durch viertorestadt.de) kamen zum Konzert. Das Publikum bestand vorwiegend aus Gemeindemitgliedern und vielen, sehr vielen musikbegeisterten Besuchern, darunter jedoch wenig junge Menschen.

Der ganze Tag war heute vom Nebel verhüllt. Mit dem Sonnenuntergang brach goldenes Sonnenlicht durch die Chorfenster, während die Mauern von St. Lukas vor Dunkelheit und Kälte das Kircheninnere schützten. Unter tosendem Beifall sammelten sich die Brassband- Mitglieder, gefolgt vom Dirigenten. Dann wurde es Still, so still, dass man eine Stecknadel fallen hören konnte.

„Valaisia Variants“ – Mit Posaunen, Pauken, Trommeln und Trompeten eröffnete die Brassband MV das Neujahrskonzert 2026.

Dirigent Norman Grüneberg, im Alltag der künstlerische Leiter der Harmonia Leipzig, schwang heute nicht nur den Taktstock, sondern interpretierte mit philosophischen Worten das jeweils folgende Musikstück des heutigen majestätisch anmutenden Klang- Programms. Mitten in seiner ersten Ansprache fiel das Mikrofon aus. Überhaupt kein Malheur, denn ohne Mikro und mit einer etwas lauteren Stimme rückte Herr Grüneberg noch viel dichter an sein Publikum.

In „Nabucodonosor“ , einer Ouvertüre aus dem 19.Jahrhundert, zeigten die Musiker an den Schlaginstrumente ihr Können.

Die Königin der Herzen, Prinzessin of Wales, und ihr Lebenswerk, das symbolisierte die „Hymn oft Diana“ . Mit der Melodie fuhr eine gewisse Hoffnung ins Publikum der St. Lukas- Kirche: Auch wenn alles noch so tragisch endet, am Ende wird alles gut!

„Turris Fortissima“ – Der Name des Herrn ist eine feste Burg. „Recht unruhig stehen die Mauern einer Stadt, wenn eine Brass-Band davor steht“, erwähnte Dirigent Grüneberg und wünschte mit diesen Worten seinem Publikum viel Vergnügen!

„Nessun Dorma“ …. Niemand schlafe! Eine Opern-Melodie, die Tenöre weltberühmt machte. Auch Sie, verehrte viertorestadt- Leserinnen und Leser, erinnern sich garantiert an Paul Potts, den unscheinbaren Mann, der seine Zuschauer bei „Britain’s Got Talent 2007“ mit seiner Stimme zum weinen brachte. Ein Gänsehaut- Moment für die Ewigkeit. Paul Potts wurde vor 19 Jahren von vielen Streichinstrumenten begleitet. Ohne Tenor, Bratsche, Violine und Kontrabass, nur auf Blechinstrumenten, vermittelte die Brassband MV mit diesem Stück wirklich pure Gefühlsmomente!

Anschließend bedankte sich Dirigent N. Grüneberg für die Möglichkeit im Probenraum des Heeresmusikkorps innerhalb der Tollense- Kaserne, mit seiner Brassband proben zu können. Viertorestadt.de erfuhr im Gespräch mit einem Musiker, dass die Brassband-Mitglieder schon am Freitag anreisten und anschließend am Freitag Abend von 19- 21 Uhr in der Tollense-Kaserne probten. Sonnabend wurde ab 09 Uhr den ganzen Tag geprobt. Und sogar am heutigen Sonntag wurde ein 1,5 stündiger Durchlauf geprobt, bevor alle Musikinstrumente abgebaut und in Sankt Lukas wieder aufgestellt wurden. Erneut wurde bis 14:50 Uhr geprobt. Ein enormer Zeit- und Kraftaufwand. Überhaupt, was für eine Team-Leistung, schließlich ist Dirigent N. Grüneberg nur für dieses eine Konzert eingesprungen. Er konnte die ihm noch völlig fremde Brassband MV erst während der Proben richtig kennenlernen und ein unsichtbares Band für Takt und Geschwindigkeit mit seinem Klangkörper schmieden. Erschwerend kam hinzu, dass die Noten den Bandmitgliedern erst im Dezember zugeschickt wurden. Alles in allem wurde hier Großes geleistet. Zurück zum Konzert! Der Leiter des Heeresmusikkorps Neubrandenburg, Oberstleutnant ? ? weilte heute als Ehrengast unter dem Publikum und sagte darauf: „Am 3.2.2026, wenn sie können und wollen, nehmen sie den Schwung des heutigen Neujahrskonzertes mit in die Neubrandenburger Konzertkirche zum Konzert des Heeresmusikkorps!“

18:00 Uhr. Während die nächsten Musikstücke anmoderiert wurden, läuteten die Glocken von St. Lukas. Pfarrer Markus Diederich ergriff in seinem Gotteshaus sehr schnell und unkompliziert die Initiative, stand auf und rief:“Benno, machst Du mal die Glocken aus?! Sie läuten sonst 3 Minuten lang“. So konnte das Konzert fortgesetzt werden.

Queen hat unendlich schöne Melodien hervor gebracht. Als Reminiszenz auf Queen wurden am heutigen Abend „Who wants to live forever“, „Innuendo“ und „Don`t stop me now“ nacheinander gespielt, ohne die Titel vorher anzusagen. Nach diesem Queen- Block gab es vom Publikum standing Ovations- Zugabe, Zugabe, Zugabe! Dirigent Grüneberg fragte: „Wer aus dem Publikum hat alle Songs erkannt? Dem Gewinner der Queen-Rätselrunde winkt ein Plakat mit allen Unterschriften des anwesenden Klangkörpers!…. Und wer weiß es schon so genau: Einst hatte ein bettelarmer Maler mit einem unbedeutenden Bild bezahlt, auf dem gelbe Sonnenblumen zu sehen waren. Heute ist das Bild über 300 Mio. Euro wert“. Tatsächlich meldete sich ein Mann auf der Empore und löste das Musikrätsel- Herzlichen Glückwunsch!

Mit „24.Dundee – Andante moderato“ und „Sweet Georgia Brown“ fand das Neujahrskonzert seinen musikalischen Abschluß. Ein letztes Mal verspürte das Publikum in Sankt Lukas den Brass, eine lebendig gewordene Orgel mit gewaltiger Klangwucht.

Für das Konzert wurde heute kein Eintritt verlangt. Darum wurde um Spenden gebeten, welche die hohen Kosten der Brassband- Musiker etwas schmälern werden. Am Ausgang standen Spendenboxen und zwei Trompeten bereit.

Mit den Worten: „Münzen sind wunderschön, zerkratzen aber die Instrumente“ und „Kommen Sie gut ins neue Jahr“ verabschiedete sich Norman Grüneberg vom Publikum. Die Konzertbesucher nahmen den letzten Hinweis dankend an und füllten Spendenboxen und Trompeten.

Für die Brassband- Mitglieder war und ist der heutige Abend noch lange nicht vorbei. Nun wurden die Instrumente versandfertig in einen bereitstehenden Transporter verpackt und erst danach konnte die Heimreise (in alle Landesteile von MV, sogar nach Hamburg, Bad Oldesloe und Dirigent Grüneberg per Deutsche Bahn bis nach Leipzig) angetreten werden.

Die Brassband MV tritt in diesem Jahr noch 3 x in unterschiedlichen Orten auf (April, Juli und Oktober).

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