Das 58. Fußball- Knabenturnier

Hansa Rostock verpasst den Finaleinzug, der 1.FC Neubrandenburg 04 erspielt sich Platz 7

RB Leipzig siegt im Finale gegen Union Berlin

Im Knabenturnierjahr 2026 wurde viel verändert: Die Bierhölle im Obergeschoss wurde ersatzlos gestrichen- Bier und Kinderfußball passen nicht zusammen. Dafür wurde nun das Bier direkt in der Halle ausgeschenkt. Alle Catering- Versorgungsstellen waren nunmehr direkt in der Halle angesiedelt. Früher konnte man von den Tischen im Catering-Bereich den Spielverlauf beobachten- die aufgebauten Werbestände von Rasenkracher, Freenet, Sonnenklar.TV und dem MSE-Charity-Radlern versperrten jedoch die Sicht. Das Spielfeld selbst wurde um ca. 2 Meter in Richtung Südtribüne verlagert. Das schaffte Raum für die durchgehenden Fußballfans. Für die Zuschauer auf den unteren 3 Rängen verbesserte sich dadurch nichts- das Spielfeld konnte man durch die aufgebauten Werbebanner schlecht, oder gar nicht einsehen. Mit einem Stehplatz war man dann unter dem Strich etwas besser dran. Die Security sorgte in diesem Jahr für Ordnung an den Werbebannern und verwies ungebetene „Zaungäste „ sofort auf ihre regulären Plätze. Das freute die betroffene Zuschauermenge auf den unteren Rängen, denn die konnten ja weder durch die Werbebanner, noch durch die „Zaungäste“ hindurch schauen. Also kurz gesprochen: Die Veränderungen brachten also je nach Sichtweise Gutes und nicht so Gutes.

Die Mannschaften marschierten pünktlich um 08:30 Uhr in die Halle ein. Vorne weg die Schilderträger mit den Mannschaftsnamen. Diese Träger sind ein wichtiger Teil der heiligen Eröffnungszeremonie- sie sind der nächst folgende FCN- Knabenturnierjahrgang und somit können die jungen Kicker schon mal etwas Luft und Wettkampfatmosphäre schnuppern. Nordkurier- Geschäftsführer Holger Timm eröffnete mit einer kurzen Rede das europaweit größte U13 Knabenturnier. Pünktlich um 09:00 Uhr wurde die erste Begegnung zwischen Hansa Rostock und den Glasgow Rangers angestoßen.

Der Turnierstart war aus Sicht von Mecklenburg- Vorpommern gelungen: Hansa startet mit einem 0:1 gegen sprunggewaltige Glasgow Rangers und der 1.FCN 04 legte ein ganz starkes 0:3 gegen Slask Wroclaw aufs Parkett. Den Breslauern merkte man schon an, dass sie nach einem schnellen FCN- Tor, unterstützt von einer freudig-wirkmächtigen Publikumsakustik weiche Knie bekamen.

Auch in Runde zwei gewann Hansa sein Spiel gegen den HSV souverän mit 3:0. Der 1.FCN 04 ging gegen Holstein Kiel in Führung, schluckte dann aber das 1:1. Ganz stark führt Hardy Köckert (20) seine Mannschaft aus dem Feld der Tränen. Ein Athlet und Kämpfer am Ball- den will er haben, den erkämpft er sich. Und das nicht genug, er startet sofort in den Konter. Die Halle feiert jeden gewonnenen Zweikampf. Am Ende der 10 Spielminuten drehen die Tollensestädter das Spiel zum glücklichen 2:1 Sieg.

Das Spiel Nr. 12 , RB Leipzig vs. 1.FC Union Berlin, war im Vorfeld unter Fußballexperten ein Richtung weisendes Spiel. Leipzig setzte sich mit 3:1 durch. Für die vielen Union- Fans in der Halle entwickelte sich dieser Spielverlauf zu einem regelrechten Martyrium. Knapp 1/3 der Vorrundenspiele waren nunmehr absolviert.

Slask Wroclaw überzeugte im Gruppenspiel 14 gegen Holstein Kiel- innerhalb von 3 Minuten schossen die Breslauer 2 Tore. Zum Spielende gewinnt Slask Wroclawklar gegen die Störche deutlich mit 4:0.

Gruppenspiel 15: Borussia Dortmund gegen Dynamo Dresden ein Knabenturnier- Klassiker. Dortmund war ganz schwach ins Turnier gestartet( Niederlagen gegen Hertha und Glasgow) und musste jetzt unbedingt etwas brauchbares abliefern. Die Borussen lieferten mit einem ein sehr schönen Schuss das 1:0. Doch Dynamos Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Mit dem Ausgleich zum 1:1 versenkten die Dresdener nicht nur die Pille im Borussen- Tor, sondern sorgten beim Dortmunder Trainergespann für große Ratlosigkeit.

Nach 3 Spielen haben in der Gruppe B 4 Mannschaften 6 Punkte auf dem Konto. Nun geht es ans Eingemachte…. doch bevor die Gruppensieger ausgespielt werden, schaut viertorestadt.de am Charity- Stand von Nordkurier und Mecklenburger Seenrunde vorbei.  Smutje Holle, Herr Jörg Hollnagel, kommt aus Kölln bei Siedenbollenthin. Er ist ein echter Weltenbummler- Koch, leidenschaftlicher Radfahrer und eingefleischter Knabenturnier- Fan. Ob nun in Deutschland, Österreich, Norwegen oder Spanien- Holle verfolgte in den Pausen,wenn die Klöße ziehen mussten, aus der Ferne jeden Nordkurier- Livestream vom Knabenturnier. In diesem Jahr war Holle in seiner alten Heimat zu Gast und aus einer Schnapsidee, etwas Radtraining für seine nächste Mecklenburger Seenrunde zu absolvieren und beim radeln auf der Rolle das Knabenturnier zu verfolgen, entstand zusammen mit dem Nordkurier und dem Team der Mecklenburger Seenrunde ein reales Charity Event hinter einer Knabenturnier-Eckfahne. Radeln für den guten Zweck mit einem Spendenziel von 5000 €: Die erradelten Spenden werden den Jugendfeuerwehren zu gute kommen. Das fängt z.B bei einfachen T-Shirts an und endet bei Dingen, die für die kleinsten Jugendfeuerwehrleute dringend benötigt werden, aber für die das Geld einfach fehlt. 4 Fahrräder wurden auf Rollen angespannt, davor lief auf dem Laptop die gefahrene holografische Strecke. Mitmachen konnte, sollte und durfte jeder Fußballfan, ob jung oder alt. Anfänglich traten Smutje Holle, Ronny Dick von der Insel Usedom, Steffi Dieck und Matthias aus Oranienburg kräftig in die Pedalen. Als Reminiszenz an den Mecklenburger Fußball radelte Holle stets die volle Spielzeit, während Hansa oder der 1.FC Neubrandenburg spielte. Wenn die Tollensestadter spielten, stülpte sich Holle sogar ein FCN- Spielershirt über. Am Nachmittag übernahmen dann viele Kinder die Räder und machten Strecke, oftmals sogar ausdauernde 10- 15 Kilometer! Insgesamt wurden an der Eckfahne 500 Charity- Kilometer geradelt. An dieser weiten Strecke waren die Kinder mit satten 200 Kilometern dabei! Doch damit nicht genug: Am Charity- Event nahmen auch ungezählte Fußball- und Radfans fern ab des Jahnsportforums online teil. Auf der Plattform ZWIFT kamen nochmals 1500 Kilometer zusammen. Überraschend schaute auch unser Neubrandenburger Oberbürgermeister N. Klose am Charity- Stand vorbei und teilte so seine Anerkennung und Begeisterung für die Mecklenburger Seenrunde.

Während viertorestadt.de diese Zeilen schreibt, ist Holle schon wieder auf dem Weg zu seiner Arbeit in Österreich…. Dabei wollte ich doch noch ein zwei Rezept- Empfehlungen vom erfahrenen Koch für meine Homepage- Rubrik „ Aus Topf und Pfanne“ ergattern…. Zurück zum Turniergeschehen!

Beim Spiel gegen Werder Bremen verließen den 1.FCN 04 die Kräfte und trotz offensiver Taktik( nach dem 2:0 wurde der Torwart gegen einen Feldspieler ausgetauscht) gelang nicht die Kehrtwende. Der 1.FCN 04 hatte trotz der 0:3 Niederlage mit einem genialen Hackentrick und einer super Torparade die Begeisterung im Publikum entfacht. Fußballästhetiker schnalzten mit der Zunge.

Im Gruppenspiel 27 musste Dynamo Dresden gewinnen, um ins Halbfinale einzuziehen. Dynamo war geschmeidiger und wesentlich flinker auf den Beinen, als die Matrosen von der Ostsee… Die starken Sachsen enterten die Kogge. Aber mal ehrlich: Versenkt wurde die Kogge nicht! Statistiker haben sofort bemerkt, dass während dieser Begegnung alle Hanseaten wichtige Spielminuten bekamen, denn egal, wie dieses Spiel enden würde, Hansa war Gruppensieger. In Gruppe A zogen Hansa und Dynamo ins Halbfinale. Eindeutige Expertenmeinung der Zuschauer war, dass Hansa Rostock heute den Turniersieg davon tragen wird. Die Mannschaftsleistung überzeugte Fußballkenner wie auch alte Knabenturnier- Stammzuschauer.

In der Gruppe B hatte sich RB Leipzig qualifiziert. Werder Bremen könnte noch den 2.Platz erkämpfen und ins Halbfinale einziehen…ja wenn sie mit 6 Toren Unterschied das letzte Spiel gegen Holstein Kiel gewinnen würden. Holstein Kiel hatte heute einen sehr schlechten Tag und Pech am Fußballstiefel, so dass nicht ein Spiel gewonnen wurde. Werder Bremen rechnete sich dementsprechend Chancen aus, gewann jedoch nur 1:2. Bei ein zwei Werderanern kullerten nach dem Abpfiff dicke Tränen. Die 3200 Zuschauer sahen das beste Gruppenspiel der Kieler Störche. Wann hatte es jemals solche Tabellenkonstellation gegeben?- Leipzig, Union und Werder hatten jeweils 12 Punkte. Werder Bremen schoss im alles entscheidenden Gruppenspiel zu wenig Tore und schaute am Ende in die Röhre. Einfach nur schade.

Das 1. Halbfinale zwischen Dynamo Dresden und RB Leipzig endete in der regulären Spielzeit(12 Minuten)  mit dem 1:1 von RB Leipzig in der letzten Spielminute und musste vom 9 Meter Punkt entschieden werden. Dynamo Dresden unterlag mit einem Treffer ganz knapp. Somit erkämpfte sich RB Leipzig den Finaleinzug.

Im 2. Halbfinale waren eigentlich die Messen gesungen: Hansa führte klar und deutlich mit 0:2 gegen Union. Doch in den Planken der Kogge wütete der Holzwurm. Knackpunk und das Zünglein an der Wage war der Hansa-Keeper: Wenn er unnötig dribbelte, wurde er häufig gestellt, so dass sich durch Fehlpässe immer wieder Konter-Situationen für Union erschlossenen. Dann stand es 2:2 und Spieler und Trainer stellten sich mental schon mal auf eine Entscheidung vom 9-Meter-Punkt ein. Wenige Sekunden tickten noch von der Uhr. Aus dem letzten Torwart-Dribbling, kurz vor der eigenen Torlinie, sollte ein weiter Abschlag und ein letzter Hansa-Überraschungsangriff erfolgen…. aber da rutschte im Gewusel noch ein Köpenicker in den fliegenden Ball und bumm- das Leder purzelte ins eigene Tor! Hansa verlor in der allerletzten hundertstel Sekunde. Hansa verpasst den eigentlich sicher erspielten Finaleinzug. Wirklich ärgerlich für Hansa, wahres Glück für Union. Doch wo Schatten ist, da strahlt auch helles Licht: Hansa- Torwart L. Bresemann zeigte beim 58. Knabenturnier eine vorzügliche Leistung mit super Paraden, wehrte schier unhaltbar heran fliegende Bällen ab und sorgte als Torwart für 2 Hansa- Tore. Er wurde als bester Torwart des 58.Knabenturniers geehrt.

Das Platzierungsspiel um Platz 9 zwischen Glasgow Rangers und Slask Wroclaw entwickelte sich zu einem unglaublichen 9- Meter- Krimi(2:2 nach regulärer Spielzeit). Die Schützen trafen und trafen, auch als es nach 3 Schützenduellen nun laut Reglement Spieler gegen Spieler ging. Slask Wroclaw hatte am Ende die Nase vorn und schaffte somit nach einem unbefriedigenden Start ins Turnier nun einen versöhnlichen Abschluss- gut gemacht!

Spiel um Platz 7 : Gegen den HSV ging der 1.FCN 04 erfreulicherweise in Führung und setzte nochmals zu einen Doppelschlag an. Es stand 3:0, die Halle feierte seine Lokalmatadoren. Doch der HSV gab gar nicht auf, sorgte für Hochspannung und verkürzte auf 3:2. Nun machten die Hamburger Druck und rückten mit dem Torwart weit nach vorne. Ein schöner und schneller Gegenkonter der Tollensestädter in den freien Raum schaffte dann einen spielerischen FCN- Höhepunkt. Der 1.FCN 04 verließ die Jahnsport- Hallenplatte mit einem respektablen 4:2 und belegte beim Knabenturnier einen hervorragenden 7.Platz.

Es bleibt so, wie es bei den letzten hervorragenden Knabenturnier- Platzierungen der Neubrandenburger war: Beide Finalteilnehmer waren in der Gruppe der Tollensestädter. Vor diesem Hintergrund muss der 7. Platz nochmals ganz anders, viel wohlwollender gewertet werden!

Die Kicker des 1.FC Neubrandenburg haben heute stark gespielt. Nun heißt es, den guten Lauf am nächsten Wochenende in der Qualifikation zur Hallenlandesmeisterschaft fortzusetzen!

Im kleinen Finale trafen Dynamo Dresden und Hansa Rostock erneut aufeinander. Revanche für Hansa? Nein! Die Dresdener zerlegten im Spiel um Platz 3 die Hanseaten regelrecht. Dresden 5 Tore, Hansa 1 Tor. Dresden war in diesem Spiel eine Klasse besser. Hansa lief ständig wie bei Hase und Igel dem Ball hinter her, doch die kleinen Dresdener kombinierten das Spielgerät bei Ankunft der anrennenden Hanseaten gekonnt zum Mitspieler. Deutlich sichtbar steckte der gesamten Hansa- Kogge noch das Trübsal von der Union- Niederlage in den Knochen.

Nach dieser torreichen Begegnung trafen RB Leipzig und der 1.FC Union im Finale aufeinander. Union hatte gute Chancen, traf das Tor aber nicht. Leipzig gewann nun Oberwasser und gestaltete immer mehr das Spiel, ging mit 1:0 in Führung. Union war teilweise ein hilfloser Freischwimmer. Doch dann, aus dem Nichts, hämmerte der Unioner Spieler mit der Rückennummer 22 den Ball unhaltbar ins linke Dreiangel- ein geiles Tor! Dieses Tor rüttelte die Berliner wach. RB Leipzig war angeknockt, blieb aber unbeirrt auf dem Siegespfad und gewann das Finale mit 3:1. Herzlichen Glückwunsch an den 58. Knabenturniersieger!

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